Jun 02

Montag

Kaum wird das mit dem Blog publik, gerät man unter Zugzwang…

Dabei hatte ich mir fest vorgenommen keinen sinnlosen Schwachsinn zu schreiben… – leider macht aber genau das am meisten Spaß!

Mein Plan sieht aus wie folgt: Ich schreibe, was mir aus dem Hirn fällt…genauer gesagt: Ich lasse mein Unterbewusstsein rocken…das Hirn macht Pause u die Finger lassen’s raus…Man denkt sowieso zu viel…und das auch noch ständig! Dabei gibt es so viele fleischgewordene Beispiele menschlicher Gestalt, die einem täglich auf’s Neue beweisen, dass man auch ohne aktive Nutzung seines Schaltkastens da oben durchaus überleben kann…und das oft gar nicht mal so schlecht!
Man lebt in seiner eigenen Welt, alle Anderen sind scheiße…oder sagen wir lieber: Alle Anderen sind genau und nur so, wie es ihnen der eigene -in diesen Fällen meist erschreckend eng gefasste- Horizont erlaubt. Das Gegenüber wird in sekundenbruchteilen beobachtet, durchleuchtet und in die unterschiedlichen Kategorien eingestuft. Ist das Etikett dann erst einmal gut sichtbar in Großbuchstaben auf der Stirn plaztiert, ist alles in bester Ordnung. Niemand fällt aus der Reihe, nichts überrascht…jegliche Ungereimtheiten werden einfach unauffällig über den Tellerrand geschoben und verschwinden in den unendlichen Weiten des Universums. Eine schöne Vorstellung…

Leider gibt es einen Fehler im System.
Ein paar Exemplare lassen sich einfach nicht in eine der (mehr oder minder) mühsam vorbereiteten Schubladen einordnen…Sehr ärgerlich! Und anstrengend noch dazu!
Es gibt Menschen, die Eigenschaften an den Tag legen, die einem aus tiefster Seele zuwider sind – Und trotzdem mag man sie…
Oder auf der anderen Seite: Die, die so schrecklich viele Gemeinsamkeiten aufweisen und trotzdem keinen Blumentopf gewinnen können…
Manchmal frag ich mich, woran das liegen mag…
Meistens ist es mir aber schlichtweg egal!

Aber ich schweife ab!
Eigentlich ging es mir um diejenigen unter uns, die verschiedene Muster angelegt haben, um das Sozialverhalten ihrer Mitmenschen zu interpretieren, sich dann auch in der Praxis nur auf dieses beschränkte Repertoir besinnen, und es so schaffen, die schönsten Missverständnisse zu produzieren und sich und andere in die sonderbarsten Situationen zu bringen.

So geschehen am letzten Samstag:
Beim abendlichen Abruf der elektronischen Nachrichten fiel meine Kinnlade ungläubig bis auf die Tischplatte.
Ein Kommilitone (herrliches Wort) hat mir, in formvollendeter Höflichkeit, folgenden Wortklumpen zukommen lassen:
‘Willst du was von mir?’
Nicht mehr, nicht weniger…
Ein Paradebeispiel des oben aufgeführten Kästchendenkens.
Ich werde mir in Zukunft Mühe geben, zu meinen Mitmenschen nicht über die Maßen freundlich zu sein, nicht mehr grundlos zu lächeln und auch mit meiner Anteilnahme etwas sparsamer umzugehen.

Großes Ex-Pfadfinder-Ehrenwort, sagt die Kathrin!

P.S.: Habe diesen Missstand selbstverständlich umgehend aus der Welt geschafft,
-Schließlich bin ich glücklichst vergeben und ein großer Fan der Monogamie-
aber leider bisher noch keine Rückmeldung erhalten…

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