Dez 19

Montag

Weihnachts-pl0gbar-KL

geschrieben von Lenny um 17:46 Uhr.

Kurz vor dem Jahreswechsel wird es nun also noch eine pl0gbar in Kaiserslautern geben.

Jetzt am Mittwoch, den 21.12.2011 ab 19.00  Uhr im St. Martin, Kaiserslautern.

Hat eigentlich noch jemand einen Überblick, die wievielte pl0gbar-KL das nun ist? Es gab auf jeden Fall schon ganz viele davon und mit immer mehr tollen Leuten. :-)

Allen, die ich nun nicht mehr zu Gesicht bekomme dieses Jahr, wünsche ich an dieser Stelle schonmal ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Nov 02

Mittwoch

Ich habe beschlossen, dass ich auch hier in der IT mal etwas typisch Deutsch machen werde:

Windows wird mich 14 Tage lang daran erinnern, dass mein Passwort abläuft. Statt es einfach direkt zu ändern, werde ich jedes Mal bei der Anmeldung die Meldung wegklicken.

Wenn es tatsächlich soweit ist, dass es abläuft und ich mich deswegen nicht mehr am System anmelden kann,  werde ich meckern, dass ich nicht hinreichend darauf hingewiesen wurde, dass mein Kennwort ausläuft.

Dieser Zyklus wiederholt sich dann etwa alle drei Monate.

Optional für Personen, die nicht in der IT-Abteilung arbeiten:
Der IT jedes Mal die Schuld geben, dass das Passwort nicht mehr funktioniert, obwohl man nichts geändert hat und behaupten es wäre garkeine Meldung hochgekommen. Darüber hinaus war es in der Vergangenheit auch noch nie so gewesen, dass man sein Passwort ändern musste und das obwohl man schon zig Jahre bei der Firma ist.

Aug 30

Dienstag

Dunkel

geschrieben von Lenny um 20:02 Uhr.

Der folgende Text ist aus einem Tagtraum und etwas Gedanken(gefahr)gut entstanden.

Du schlenderst durch die Nacht, es ist kühl und Du bist rastlos. Zwischen zwei Straßenlaternen vor dir erblickst Du einen alten Mann. Als Du näher kommst wendet er sich zu dir und streckt dir seine offene Hand entgegen. In ihr hält er Bonbons. Du erkennst direkt, dass sie schon angelutscht sind, ein paar sind löchrig und ganz klein. „Was soll ich mit diesen angelutschten Bonbons? Das ist doch widerlich!“, denkst Du dir.

Der Mann schaut mit fröhlicher Miene zu dir hoch und spricht: „Das sind Ideale!“, und streckt die Hand noch näher in dein Gesicht. „Das sind Bonbons!“, erwiderst Du. Der Mann schaut dich verstört an, er schließt dabei leicht seine Hand und nimmt sie etwas zurück. Nach ein paar Augenblicken öffnet er sie wieder, seine Mine wird wieder fröhlicher und nun klimpert er mit der Hand voller Ideale unter deiner Nase. Du magst das Geräusch, es erinnert dich an eine Hand voll kleiner Kieselsteine, die Du am Strand bei deinem letzten Urlaub am Meer aufgesammelt hast. Du fängst an zu überlegen, aber merkst sofort, dass Du schon gar nicht mehr widerstehen kannst. Du greifst nach einem der Steine, es ist so dunkel, dass Du nicht einmal ausmachen kannst, welche Farbe er hat. Du überwindest deinen Ekel und steckst ihn in den Mund. Etwas erleichtert bist Du dann, als Du merkst, dass es tatsächlich ein Bonbon ist und Du versuchst nun seine Geschmacksrichtung zu bestimmen.

Du entscheidest dich für rot; ja, denn es schmeckt wirklich einfach nach rot. Der Mann scheint zufrieden mit dir und wendet sich ab. Du versuchst zu erahnen, wohin er geht, aber in der Gasse ist es stockdunkel, so dass Du nicht mal einen Pfad vor dem Mann erkennen kannst. Aber Du bist neugierig und folgst ihm einige Meter. In deinem Rücken spürt Du, wie das Licht der Straßenlaternen langsam immer dünner wird. Vor dir ist nicht heller erleuchtet, Du schreitest dennoch weiter, dicht hinter dem Mann folgend, ins Ungewisse. Nach wenigen Augenblicken drehst Du dich abermals um und vom Licht ist nichts mehr zu sehn, völlige Dunkelheit. Selbst die Konturen des Mannes vor dir, kannst Du kaum wahrnehmen.

Aus Angst alleine zurück zu kehren, folgst Du weiter den langsamen, schlurfenden Schritten des Alten. Der Weg kommt dir schon ewig lang vor, „Irgendwo muss diese Gasse doch ihr Ende haben“, denkst Du dir. „Wie lange ist dieser Weg denn noch?“, fragst Du den alten Mann, aber er bleibt stumm und geht immer weiter voran. Nach einer Weile entdeckst Du in der Ferne kleine Lichter. Es sieht aus als wären es kleine Kreise, die einen schummrigen Lichtkegel auf den Boden werfen. Als ihr näher kommt, erkennst Du, dass Menschen dort in kleinen Gruppen zusammen stehen. „Was machen die denn alle da?“, fragst Du den Alten. „Warten“, meint er darauf hin. „Aber worauf warten die denn?“, Du wirst immer ungeduldiger und willst endlich Antworten. Aber der Alte schweigt sich abermals aus. Als ihr endlich nahe genug gekommen seid, erkennst Du, dass es eigentlich nur drei Gruppen, mit je etwa vier bis fünf Personen, sind. Am liebsten möchtest direkt zu ihnen hin rennen und sie fragen, was sie hier tun, doch der Alte versperrt dir den Weg. Du würdest nicht an ihm vorbei kommen, also trottest Du weiter geduldig hinter ihm her. Als ihr dann endlich angekommen seid, erkennst Du die vom diffusen Licht erhellten Gesichter der Leute. Viele haben den Kopf gesenkt und schauen nur ganz kurz auf, als sie dich registrieren. Andere starren dich mit leeren Blicken an und drehen mit jedem Schritt den Du machst den Kopf nach dir. Allesamt sehen sie so aus, als würden sie schon sehr lange hier warten. Du fragst dich nur, worauf?

Auf einer Seite siehst Du, wie eine Frau mit dem Daumen nach dir deutet und einem ihrer Nachbaren etwas zu tuschelt. Du erschrickst, als Du merkst, dass Du plötzlich diese Aufmerksamkeit erhältst. Als Du dich hilfesuchend nach dem alten Mann umsiehst, bemerkst Du, dass er verschwunden ist. Er muss wohl ohne dich weitergegangen sein.

Da die Frau die Einzige war, die einen Mucks von sich gegeben hat, reißt Du dich zusammen und gehst langsam auf sie zu. Als Du den Lichtkegel betrittst, merkst Du, dass sich das Licht, wie ein Schleier über dich legt. Du schaust auf deine Hände und es erinnert dich an Abendröte und fühlt sich auf deiner Haut an, wie die letzten warmen Sonnenstrahlen an einem langen Sommerabend. Die Frau blickt dich erwartungsvoll und etwas ängstlich zugleich an. Sie klammert sich an den Arm ihres Nachbarn. Du denkst, sie hat vielleicht Angst, dass ihre Erwartungen von dir nicht erfüllt werden. Was kannst Du ihr auch schon bieten? Du weißt doch selbst nicht, wie Du hergekommen bist und folgtest nur dem alten Mann, der nun auch noch wieder verschwunden ist und dich hier zurückgelassen hat. Nun möchtest Du aber endlich deine Antworten. „Ihr seht aus, als würdet ihr schon sehr lange auf etwas warten. Aber worauf wartet ihr bloß?“. „Na auf  Ideale!“, antwortet die Frau, „Hast Du uns denn welche mitgebracht?“. „Du meinst die Bonbons, von dem alten Mann? Der ist doch gerade hier durch gelaufen!“. Die Frau merkt sogleich, dass Du nichts für sie mitgebracht hast und lehnt enttäuscht den Kopf an ihren Nachbarn. Ihr starrer, leerer Blick macht dir deutlich, dass sie nicht mehr weiter mit dir sprechen wird.

Dein Blick wandert über die anderen Gruppen, ob nicht doch noch jemand da ist, der vielleicht mit dir reden möchte und vielleicht auch ein paar Antworten für dich hat. In der Gruppe schräg gegenüber bemerkst Du einen Mann, der zu dir herüber zu grinsen scheint. Er wirkt sehr groß und sticht daher aus seiner Gruppe etwas heraus. Du  beschließt zu ihm rüber zu gehen. Als Du an ihn herantrittst, beginnt er zu lächeln, als wenn er zu schüchtern gewesen wäre, um auf dich zuzugehen und sich nun freut, dass Du stattdessen den ersten Schritt getan hast. Auf dem Shirt des Mannes ist ein sinkendes Schiff abgebildet und Du fragst dich, ob es wohl irgendeine Bedeutung hat? Der Mann streicht über sein Shirt, als wolle er deinen Blick von sich abstreichen und fragt: „Welche Farbe hattest Du denn?“. Du machst eine verdutzte Grimasse und antwortest ihm schließlich mit: „Du meinst das Bonbon, das ich genommen habe? Ich weiß nicht welche Farbe das war, es war viel zu dunkel. Aber wieso ist denn gerade die Farbe so wichtig?“. Der Mann reibt sich in einer kreisförmigen Bewegung über den Bauch und sagt: „Ja, aber wonach hat es denn geschmeckt?“. Du verstehst nach wie vor nicht, was das Alles soll, aber Du möchtest ihm auch nicht seine Antwort schuldig bleiben, „ich würde sagen, dann war es ‚rot’“. „Das ist schön“, sagt er und es sieht aus als würde er völlig in Gedanken in seinem warmen Lächeln dahin schwimmen. Er lehnt sich zurück und es scheint, als würde er sich direkt am Dunkel anlehnen um möglichst bequem mit dem Warten fort zu fahren.

Wieder ein Gespräch, das nur offene Fragen in dir zurück lässt und Du lässt erneut deinen Blick über die Menge schweifen, doch es scheint sich tatsächlich niemand weiter für dich zu interessieren. Alle starren nur wartend vor sich hin und es ist furchtbar kalt und still.

Als deine Augen wieder zurück zu dem seltsamen Mann kehren, bemerkst Du dass er in sich vertieft immer wieder mit der Hand über das Schiff streicht. Immer von oben nach unten, als wolle er eine Art Wellenbewegung darstellen. Du driftest ab und stellst dir vor, wie das alte Schiff mit seinen Segelmasten in einen Sturm gerät und gegen eine Felsenwand im Meer gedrückt wird und dann droht zu zerschellen. Die Vorstellung macht dir plötzlich Angst, da sie dir zu real wird. Du kneifst deine Augen fest zusammen und schüttelst die Vorstellung von dem sinkenden Schiff wieder aus deinem Kopf. Als Du die Augen wieder öffnest und sie versuchen die Realität neu zu fokussieren, bemerkst Du zwei Augen, die dich von rechts jenseits des Lichtkegels anblicken. Bei dem Anblick  schüttelt es dich, doch Du bist neugierig und trittst aus dem Lichtkegel heraus, in Richtung der Augen. Du nimmst um die Augen herum die schwachen Konturen eines kleinen Jungen wahr, der recht dicht neben dem Lichtkegel sitzt. Erst wunderst Du dich, warum Du ihn zuvor noch nicht bemerkt hattest, doch dir wird wieder bewusst, dass es außerhalb des Kegels sehr dunkel ist.

Der Junge wirkt sehr fröhlich und macht einen ausgelassenen Eindruck auf dich. Du fragst dich, wie lange man es hier als Kind ohne Spielkameraden wohl aushalten kann? Dem Jungen scheint das aber nicht auszumachen. Er sitzt vor dir auf dem Boden und Du setzt dich zu ihm ins Dunkel. Ihr betrachtet euch beide eine Weile. Das Kind greift in eine seiner Jackentaschen und es raschelt etwas. Als seine Hand wieder zum Vorschein kommt, hält er sie rüber in den Lichtkegel und öffnet sie dort langsam. In ihr hält er kleine Bonbons, diese sind aber noch eingewickelt und sie funkeln und schimmern  farbenfroh in ihrer Folie. Der kleine Junge legt den Zeigefinger der anderen Hand auf seine Lippen und macht einen leisen „pssscht“-Laut, um dir zu deuten, dass die anderen, das nicht bemerken sollen. Er nimmt seine Hand wieder zu sich ins Dunkel, dann beugt er sich etwas zu dir herüber und flüstert dir zu: „Das sind neue Ideale. Um zu wissen, welche die guten sind, musst Du alle probieren.“. Er macht es sogleich vor, in dem er sich eines der Bonbons aus seiner Hand heraus greift, es auswickelt und schließlich in seinen  Mund steckt. Nach ein paar Gesichtsgrimassen spuckt er es wieder in seine Hand und grinst dich an, „jetzt Du, mach weiter!“.

Gemeinsam verkostet ihr jedes einzelne Bonbon, das er in der Hand hält. Nachdem ihr fertig seid, lächelt er und nickt dir zufrieden zu. Wie aus dem Nichts taucht plötzlich neben dem Jungen eine weitere Hand auf. Sie ist faltig und je näher sie dem Licht rückt, desto mehr Umrisse der Person werden sichtbar. Es ist der alte Mann. Er war doch wieder zurückgekehrt. Aber er war wohl nicht zurückgekommen, um deine offenen Fragen zu beantworten. Stattdessen hält er seine Hand auf und der Junge lässt die klebrigen Bonbons hinein fallen. Voller Staunen verfolgst Du den Ablauf; es passierte alles so ruhig und selbstverständlich, als würden gar keine Fragen gestellt werden müssen.

Der alte Mann streicht dem Jungen mit der anderen Hand über den Kopf und dieser schenkt ihm dafür sein kindliches Lächeln. Darauf hin macht er sich wieder auf den Weg und geht an dir vorüber und auch an den Menschen unter den Lichtkegeln geht er unbeachtet vorbei, wie wenn es  sich schon immer so abgespielt hätte. In der Ferne siehst Du noch, wie die Linien des Alten langsam verblassen.

Du selbst gehst zurück in den Lichtkegel, hin zu dem seltsamen, aber doch sympathischen Mann und schmiegst dich an ihn. Dann nimmst Du seine Hand, mit der er immer über sein Shirt streicht und hältst sie fest, während Du daran denkst, wie ihr gemeinsam auf dem Schiff in Richtung der Abendröte fahrt, ohne dass es je unter gehen wird.

Wenn Du es geschafft hast, bis hier hin zu lesen, darfst Du auch gerne noch einen Kommentar abgeben. Vielen Dank!

Jul 01

Freitag

Kollege hat mir gerade geschrieben und ich musste das einfach verbloggen:

Hab mir eben Süßigkeiten vom Nachbarbüro geholt. Gummibärchen, Schoko  und so.
Gefärliche Sache wenn man auf dem Tisch auch noch Kondensatoren liegen hat…
Ich habs aber noch gemerkt bevor ich einen im Mund hatte

Hrhrhr.

 

Jun 15

Mittwoch

Menschen!!!!

geschrieben von kathrin um 17:52 Uhr.

[Auf einfachen Wunsch eines einzelnen Lennys, werd ich meinem Ärger des gestrigen Tags doch noch Luft machen...
Wollte diesen Tag mal unkommentiert lassen, aber wenn ich schon nen virtuellen Stock zugeworfen bekomme, kann ich mich da ja fast nicht entziehen.]

Seit nunmehr einigen Jahren nutze ich recht häufig, wenn auch nicht ganz freiwillig, öffentliche Verkehrsmittel, und hauptsächlich den Service der wunderbaren Deutschen Bahn…
Dass ich mittlerweile zum selektiven Misanthropen aus Leidenschaft mutiert bin, ist nicht zuletzt ihr Verdienst. Selten begegnen (zumindest mir) so viele Menschen, deren Gegenwart ich missen möchte, wie während meiner Pendlerfahrten im Regionalexpress.

[Ein kurzer Einschub: Du merkst schon, ich werd zum Link-Monster, weil ich endlich ma realisiert hab, dass das kein Hexenwerk ist :P
Darüber hinaus sitze ich hier gerade mit stolzgeschwellter Brust, weil mein Blogeintrag zur selektiven Misanthropie nicht nur der erste hit bei Google ist, sondern gleich die ersten 4 (ja, V-I-E-R) hits zu meinem Artikel führen!! BAM! -ja, ich weiß..'selektive Misanthropie' ist nicht gerade ein Standardsuchbegriff, aber SCHEISSEGAL!! :D ]

Schnell zurück zum Thema, bevor mir vor lauter YAY nicht mehr nach BUH ist!

Ok…wo war ich?
Ach ja! Die Deutsche Bahn…Sodom UND Gomorrha! Das notwendige Übel! Quell der Aggression! Ewiges Narf!

Nachdem ich einen zwar arbeitsreichen, aber dennoch angenehmen Tag im benachbarten Ausland verbracht hatte, war mir am späten Nachmittag dann doch wieder nach heimatlichen Gefilden zumute. -’später Nachmittag’ und ‘Zug’ ist im Übrigen keine gute Kombination, wenn man Wert auf die Einhaltung des eigenen Tanzbereichs legt…
Aber dazu gleich mehr…

Erst mal muss der Zug ja ankommen! Oft schon ein Knackpunkt…So auch gestern…Natürlich!
Bis der Regionalexpress nach Saarbrücken mit 15 minütiger Verspätung eintraf, war er schon kein Regionalexpress nach Saarbrücken mehr, sondern nur noch ‘ne Bummelbahn nach St. Ingbert. Lang leben die Gleisarbeiten!
Der Bahnsteig war bis zum Bersten mit Menschen gefüllt, die sich lautstark über diesen Umstand aufregten, und sich dazu auch gerne in Kleingruppen zusammenfanden, um ihrem Unmut ob der Verspätung/Streckensperrung, sowie die gesamte Geschichte ihrer Bahnerlebnisse kund zu tun. Motzen verbindet. -Ich mach das nich, weil ich es viel lieber hier brühwarm aufschreiben wollte. :P
In solchen Momenten (man mag es kaum glauben, es ist mir selbst ein Rätsel) bin ich eher der Typ Mensch, der sich denkt: Jo…was soll’s…ist halt so! Bringt ja auch nichts, sich darüber jetzt Falten in die Stirn zu graben.
Selbstredend war ich wenig begeistert darüber, dass mein Anschlusszug wohl damit nicht mehr MEIN Anschlusszug sein würde, aber -wie schon gesagt- kann man halt nichts machen.

Der minimäusekleine Zug (wahnwitzige 2 Abteile) trudelte also genüsslich ein, Menschen drängten sich ohne Rücksicht auf Verluste und todesmutig zur Tür. -Todesmutig, weil das meist schon passiert, bevor der Zug steht, denn das kostet nur unnötig Zeit, die ein anderer, teufelskerliger Draufgänger nutzen könnte, um sich einen Sitzplatz zu beschaffen, der ihm nicht zusteht! Nicht auszudenken!

Wie es der Zufall wollte, hielt der Zug ausgerechnet so, dass sich dort, wo ich stand, der Eingang zum Paradies darbot. Der Laie mag es für eine Zugtür gehalten haben, aber die Aufregung und Kuschelwut der (gefühlten) 30 Menschen um mich herum ließen vermuten, dass ewiges Glück und 72 Jungfrauen (oder war es doch nur ein Obstkorb?) im Innern auf uns warteten.

Voller Eifer, und ohne die ankommenden Menschen ungehindert aussteigen zu lassen, ging das Gedränge auch gleich los. -Da mir die Sonne aus dem Arsch scheint, wurde ich recht zügig (!) ins Abteil gespült und an einer (noch) leeren Vierer-Sitzgruppe abgelegt. Kaum konnte ich dieses Glück genießen, als auch schon ein Mann mittleren Alters (Marke ‘Mittlebenskrise’) beschloss, dass es viel toller ist, sich fast auf meinem Schoß niederzulassen, als sich zu seinen beiden Bekannten zu gesellen, die ihm zuvor zum Austausch seiner Verkehrs(mittel)probleme Ohren und Aufmerksamkeit offeriert hatten. Natürlich stand auch die freie Bank mir gegenüber nicht zur Debatte…
Ich nehme an, er hat mich mit einer der 72 Jungfrauen verwechselt.

Da ich nicht sonderlich auf Vollkontakt mit fremden Verkehrsproblemen stehe, verzog ich mich sogleich weiter in meine Ecke. Da ‘Wegrutschen’ wohl das neue ‘Ich steh drauf!’ ist, kam er mir gleich nach.

Wieder Vollkontakt

Etwas energischer rückte ich erneut von ihm ab. Mein sonst so effektiv bösartig angepisster Blick schien ihn nur noch mehr zu berzirzen…-Allein das sagt schon viel über einen Menschen aus…Lebensmüde much?!

Um Fassung zu wahren und meine gute Kinderstube nicht zu vergessen, beschloss ich, ein letztes Mal kommentarlos Abstand zu schaffen und meine Musik etwas lauter zu drehn. (genaugenommen hab ich die Musik lauter gedrückt, aber das sagt man ja nicht so…)

Scheinbar war auch das noch nicht deutlich genug.

Just als meine (derzeit stark verkürzte) Zündschnur endgültig Feuer fing, stand er auf, um den (leider zum Stillstand gekommenen) Zug zu verlassen. Durch die geöffnete Tür. Nochmal leider.

Schade… ich hatte mich schon ein bisschen drauf gefreut, ihm zu erläutern, wie unfassbar unhöflich und penetrant seine überaus unsympathische Art doch ist.

Eigentlich hab ich mich dann auch mehr über mich selbst geärgert.
Ich bin schon groß…und trotzdem denke ich in solchen Situation, obwohl meine Halsschlagader zu Bersten droht, doch meist noch zuerst daran, dass es dem Gegenüber unangenehm sein könnte, darauf angesprochen zu werden, dass er sich -für meinen Geschmack- definitiv zu weit in meinem Tanzbereich befindet.

Da trifft gute Erziehung auf geballte soziale Inkompetenz in Kombination mit vollständiger Merkbefreitheit.

Man fragt sich: Was geht wohl in einem solchen Menschen vor?!
-Wahrscheinlich findet er es einfach toll, menschliche Nähe zu spüren…

Ich kann allerdings versichern, dass die Chancen des nächsten Sympathnix, der mir auf die Pelle rückt, eine verbal schmerzhafte Portion davon zu bekommen, nicht allzu schlecht stehen.

Dank guter, und nicht zuletzt lauter, Musik, konnte ich meine normale Betriebstemperatur recht schnell wieder herstellen, und als mir die Bäckereifachverkäuferin, entschuldigend mit den Schultern zuckend, mitteilte, dass die Wurst aus ist und sie mir ‘ansonsten wirklich gern ein belegtes Brötchen gemacht hätte’, konnt ich mir ein leises Glucksen schon nicht mehr verkneifen.
Unter (für mich) normalen Umständen hätte ich gefragt, wo sie hin ist, aber so weit war ich dann doch noch nicht.

Seit gestern bin ich endgültig sicher:

Musik rettet Leben! Ganz ohne Flachs! -War das nicht auch das, woraus die zukünftige Königin Gold spinnen sollte, u dafür Rumpelstilzchen ihr Erstgeborenes versprach? Ach nee..das war Stroh.

A propos ‘Stroh’..Ach nein, lieber doch nicht…
Mehr als genug wirres Zeug für heute!
sagt die Kathrin