Jul 26

Montag

Ich schaue ja schon immer gerne Filme, die einen kleinen oder gerne auch einen größeren “Twist” mit sich bringen. Unter einem Twist verstehe ich eine plötzliche Wendung, die einen Zuschauer in Erstaunen versetzt.

Leider war  das beim neuen Christopher Nolan Streifen nicht der Fall. Außer ein paar Spezialeffekten brachte der Film wenig Neues. Der Spannungsbogen wurde nur sehr zäh gespannt und verläuft auch gegen Ende des Films immernoch sehr flach. Im Grunde konnte es einem als Zuschauer egal sein, was als nächstes passiert, da man genau wusste, dass der Plan im Endeffekt aufgehen würde. Ein paar mehr Rückschläge hätten den Protagonisten sicherlich gut getan, vielleicht wären dann auch ihre darstellerischen Fähigkeiten mehr gefordert worden. Stattdessen wurden Probleme in einer plumpen Schießerei gelöst, um mit dem nächsten Teil des Plan fortzuführen.

Insgesamt hat mich der so hoch “gehypte” Film gar nicht angesprochen. Lieber hätte Herr Nolan einen Nachfolger zum “Dark Knight” drehen sollen. Dem Cast zu urteilen, war er ja nicht mehr weit davon weg; es fehlte eigentlich nur Christian Bale.

Es gibt in meinen Augen einige Filme, die das Thema “virtuelle Realität” besser verarbeiten:

  • 13th Floor
  • eXistenZ
  • Dark City
  • Matrix
  • Strange Days
  • World on Wire (Welt am Draht)

Falls jemand noch Ergänzungsvorschläge zur Liste hat, so können diese gerne noch an mich gerichtet werden.

Apr 19

Montag

Beim sog. “Skimming” wird versucht den Magnetstreifen bzw. den Chip der EC-Karte auszulesen, um später aus den gewonnen Informationen eine funktionsfähige Kopie der Karte zu erstellen.

Zusätzlich wird die Pin-Eingabe durch den Kunden mitgefilmt. In einigen Fällen wird auch ein “Keylogger” eingesetzt, um die Eingabe über das Tastenfeld direkt aufzuzeichnen. Diese falschen Tastenfelder sehen genauso  aus, wie die Originale und werden einfach darübergelegt. Für die meisten Kunden ist diese Veränderung kaum wahrnehmbar.

Wie schwer diese Manipulationen zu erkennen sind, zeigen die Bilder auf der Webseite der “pfiffigen Senioren“. Selbst geschulte Bankangestellte sind oft nicht in der Lage diese Fälschungen zu erkennen.

Viele Nutzer überschätzen sich selbst und gehen davon aus, dass sie nie auf so etwas wie Phishing oder Skimming hereinfallen würden. Leider gelingt es den Tätern aber in einer vielzahl von Fällen, Geld aus dem Ausland abzubuchen, ohne dass die Opfer das im Vorfeld registrieren.

Auch die Polizei warnte im Raum Kaiserslautern in einer kurzen Mitteilung und empfiehlt bei der Pin-Eingabe die Hand zu verdecken. Zudem kann es wohl nicht schaden des öfteren von der Möglichkeit der Pin-Änderung Gebrauch zu machen. Falls sich am Aufbau des Automaten etwas geändert haben sollte und einem das auffällt, sollte man im Zweifelsfall einen Mitarbeiter darauf ansprechen und klären, ob es sich ggf. auch um einen Betrugsversuch handeln könnte.

Wie man sich schon denken kann, gibt es keine hundertprozentige Sicherheit sich gegen Skimming-Versuche zu schützen. Wachsamkeit ist immer gefragt. Man sollte also auf jeden Fall seine Kontenbewegungen im Auge haben, regelmäßig die Auszüge unter die Lupe nehmen und sich bei Unklarheiten direkt mit der Bank in Verbindung setzen.

In der Regel werden Kunden, die betroffen sind auch von ihrer Bank benachrichtigt.

Okt 13

Dienstag

Immer wieder kann man hilfreiche Tipps lesen zur Online-Reputation. Viele dieser Artikel sind aber einfach nur überspitzt,  hoch dramatisiert und leider wohl auch überbewertet.

Meistens richten sie sich an Einsteiger, die ihren Erstkontakt mit dem Internet mit einer Registrierung, z.B. beim StudiVZ feiern. Kurz darauf hören sie dann von einem Kumpel, der schon knapp zwei Tage länger angemeldet ist, von Eingriffen in die Privatsphäre und davon, dass nun gewiefte Arbeitgeber auch Online-Profile nach Unstimmigkeiten und Bildern von Saufgelagen durchforsten. Wenig später ändert man dann fix seinen Namen auf dem Portal und passt noch dazu die Privatsphäre-Einstellungen (Neudeutsch “Preiwässi Sättinks”), nach den Empfehlungen des Kollegen, an. Zurück bleibt für Außenstehende eine leere Seite ohne Inhalt (“Kontännt”), die noch dazu unter dem falschen Namen “Graf Zahl” o.Ä. sinnfreiem  erscheint. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Entscheidung, das Profil ist nun wirklich sicher. Jetzt können nach Herzenslust Bilder hoch- und runtergeladen werden, findet ja eh keiner mehr. Die Online-Reputation geht damit gegen Null. Fail.

Andere machen vermeindlich alles richtig und wollen es auf Business-Netzwerken, wie Xing so richtig krachen lassen. Es wird das Bild hochgeladen, zu dem damals noch die Mutter kommentiert hat: “Da siehst Du so richtig erwachsen aus”. Wir erinnern uns an dieser Stelle auch kurz daran, dass solche Mütter mit eben solchen Kommentaren ihre Kinder auch gerne mal zu PopStars oder DSDS ins direkte Verderben schicken.

Nachdem mit dem Profil-Photo die erste Hürde überwunden ist, macht man sich daran seinen Werdegang, von der Geburt bis hin zur morgentlichen Busfahrt zum Arbeitsplatz, zu beschreiben. Dabei fasst man noch kurz zusammen, was man eigentlich so kann: lesen, schreiben, reden (viel und reichlich), rechnen (nicht so dolle und auch bitte keine so krummen Zahlen). Vielleicht erwähnt man noch kurz, dass man zwischen Geburt und Busfahrt, also quasi auf dem Weg zum Bus noch BWL studiert hat.

Stolz gibt man den eigenen Namen bei Google ein und findet einen, aus Sicht der Mutter gutaussehenden, BWLer. Top, da bin ich nun, die Online-Reputation!

Hat man sich nun mit den üblichen Verdächtigen der Social-Networks beschäftigt, geht man gerne noch einen Schritt weiter Richtung Web2.0. Man möchte nicht nur gefunden werden, sondern man möchte dem Ganzen auch etwas zurückgeben und in Diskussionen und Beiträgen Reputations-Punkte sammeln. Nach einiger Zeit stellt man dann also fest, dass man wohl der einzig wahre “Ralf Müller” ist. Zumindest der einzige, der in fünf verschiedenen Social-Networks mitmischt. Außen Top-Hits, innen Geschmack und einiges an Fachwissen (“Knoff-Hoff”), sollen diese Suchergebnisse an Eindruck vermitteln.

Nun kann man sich natürlich folgende Situation vorstellen. In einer BWLer-Sekte (Xing-Gruppe), lernt man einen Ex-Studenten kennen, der zufälligerweise an der selben Uni studiert. Dann freundet man sich natürlich im StudiVZ an, der Kollege tritt mit Kommentaren die Bilder breit und erzählt das allen seinen Xing-Kollegen. Man sieht seine so mühsam errichtete Reputations-Bastille zusammenbrechen. Das Gefühl ist in etwa das gleiche, wie wenn man noch das Geräusch im Ohr hat, als man den Papierkorb auf dem Dekstop leerte und nun anfängt eine wichtige Datei zu suchen. Die siehst Du so schnell nicht wieder.

Aber Alles halb so wild, ist ja nur eine Xing-Gruppe nichts öffentliches, nur für Mitglieder und auch nur für zugelassene mit original BWLer-Profil-Bild. Die Trennung von Privatem und Offiziellem hällt also auch hier wunderbar stand.

In den Medien hört man öfter mal, dass Amokläufe und Flugzeugabstürtze über dieses Twitter publiziert werden. Kann man sich ja mal anschaun. Graf Zahl aka Ralf Müller fängt nun also auch an zu Twittern; naja zuerst nicht so richtig, dann haut man mal ein paar SEO-Links raus und gibt anderen Tipps, wie man richtig viele Follower an Land zieht. Die Anzahl der Posts stagniert erstmal, bis man selbst merkt, dass 1.000 Follower vielleicht etwas hochgegriffen sind, wenn man selbst nur 30 hat. Nundenn.

Nach langem hin und her entschließt man sich dann aber, Twitter nur noch privat zu nutzen. Man folgt einfach ein paar Usersn, die ähnliche miese Beiträge schreiben und freut sich am Miteinander.

Später im richtigen Job Twittert man ja gerne mal zwischendurch. Plötzlich kommt der Kollege rein und fragt: “Sag mal surfst Du schon wieder während der Arbeitszeit auf diesem Twitter?” Du guckst nur genervt und twitterst noch schnell ein kurzes: “Man dieser n00b weiß nichtmal was Twitter eigentlich ist.” und fügst wenig später noch an: “…soll er doch zu dieser Niete von Chef gehen und sich beschweren.”

Die Frage ist eigentlich dann nur noch, wie lange es dauert, bis einer der übrigen Mitarbeiter die Verknüpfung von Graf Zahl zu Ralf Müller herstellt und das dann dem Chef beichtet. Auf jeden Fall hat man dann unter Umständen ganz lange Zeit nachzudenken, was man an welchem Online-Profil besser machen könnte. Vielleicht hätte man auf dem Xing-Profil nicht doch die Twitter-Url für Jederman angeben sollen. Who knows.

Sicher ist aber auf jeden Fall, dass man privates und geschäftliches im Internet meiner Meinung nach garnicht trennen kann, zumindest nicht auf Dauer. Der Google-Elefant vergisst nie. Zum durchschauen einer solchen Fassade braucht man in der Regel nur, entweder einen schlauen Menschen oder eine dumme Suchmaschine. Was passiert, wenn ein schlauer Mensch eine dumme Suchmaschine bedient erleben wir ja täglich am eigenen PC. Man findet zu den Dingen, nach denen man eigentlich gesucht hat, auch all diejenigen, von denen man garnichts wissen wollte; Stichwort “pony geschwollene zunge”. Wenn ich also nicht will, dass irgendeine Information von mir im Netz wiederzufinden ist, dann poste ich sie auch nicht in selbiges Medium.

Umgekehrt halte ich es für unsinnig zu behaupten, dass Alles was im Netz gefunden wird, später auch gegen einen verwendet wird. Derjenige, der noch nie besoffen war, zahlt den ersten Stein auf dem nächsten Betriebsausflug. Das Problem hat man aber im richtigen Leben auch, denn man weiß nie im Vornherein, was Andere über einen selbst denken und was sie wiederum dann als Information weitergeben.

Damit möchte ich diesen Beitrag nun auch beenden und hoffe, dass einige mal drüber nachdenken, was Sie alles über sich veröffentlicht haben in all den Netzen auf denen sie angemeldet sind und was man vielleicht besser machen könnte, um sich selbst möglichst originalgetreu anderen zu präsentieren, ohne dabei über die Stränge zu schlagen. Erstmal Maß halten, dann erst Maß trinken ;-)

Eine weitere Meinung zu diesem Thema findet man übrigens im Blog von Marco Ripanti.